Prinzip der Jahrgangsmischung in den Eingangsklassen 1 und 2 an der Härtenschule

Seit mehr als zehn Jahren gibt es in Baden-Württemberg unter dem Motto „Schulanfang auf neuen Wegen“ das Modell der jahrgangsgemischten Eingangsstufe. Auch in unserer Schule unterrichten wir nun schon seit mehreren Jahren in den Klassen 1 und 2 jahrgangsgemischt.

 

In einer jahrgangsgemischten Klasse ist das Prinzip der Klassen bestehend aus „nur“ Erst- bzw. Zweitklässlern zugunsten eines gemeinsamen Verbundes aufgegeben. Unterricht „im Gleichschritt“ ist bei den stark unterschiedlichen Lebensgeschichten und Lernvoraussetzungen der Kinder nicht möglich und auch nicht gewollt. Deshalb wird im Anfangsunterricht in gemischten Klassen noch stärker individualisiert und differenziert gelernt und gearbeitet.

 

Der gemeinsame Unterricht wird aber nicht aufgegeben, sondern ist z.B im Bereich „Mensch, Natur, Kultur“ von Beginn an problemlos möglich. Klassenunterricht und Frontalunterricht wechseln ab mit Einzel-, Partner-, Gruppenarbeit, Planarbeit, Projektarbeit und freien Arbeitsphasen.
Durch die jahrgangsgemischten Gruppen wird das soziale Lernen der Kinder stark gefördert. Das „Sich–gegenseitig-helfen-und-unterstützen“ ist ein Grundprinzip des Anfangsunterrichts, das in dieser Klassenform wesentlich einfacher zu erreichen ist.

Die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Kinder werden akzeptiert und für das Lernen ernst genommen. „Schnelle Arbeiter“ sollen schnell lernen dürfen, langsamere in ihrem individuellen Lerntempo unterstützt werden.

 

Die Verweildauer in einer jahrgangsgemischten Klasse kann unterschiedlich sein. Die allermeisten Kinder benötigen zwei Jahre, um die vorgeschriebenen Ziele des zweiten Schuljahres zu erreichen. Einige erreichen dieses Ziel schon in einem Jahr. Es ist jedoch auch möglich, drei Jahre in der Eingangsstufe einer gemischten Klasse zu verweilen, wenn ein Kind – meist aus Gründen der Persönlichkeitsentwicklung – den Ansprüchen der dritten Klasse aus Sicht der Lehrerin und der Eltern noch nicht gewachsen scheint

Ein Kind kann so bei derselben Lehrerin, im selben Klassenraum und bei den schon bekannten Mitschülern verbleiben, ein Klassenwechsel wird dem Kind so nicht zugemutet.

 

In den Klassen 3 und 4 werden die Kinder in Jahrgangsklassen mit weiterhin differenzierten Unterrichtangeboten weitergeführt.

Sabine Witzemann